Mitarbeiter
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Armin Freundt
Forschungsbereich 4: Dynamik des Ozeanbodens
FE Magmatische und hydrothermale Systeme
Büro:
E-Mail: afreundt(at)geomar.de
Adresse:
Wischhofstrasse 1-3
D-24148 Kiel
Wissenschaftliches Interesse
Physische Vulkanologie
Die Untersuchung pyroclastischer Ablagerungen, auch Tephras genannt (beides bedeutet fragmentiertes Material, das aus einer explosiven Vulkaneruption entstanden ist), an Land und am Meeresboden hat das Ziel, die vulkanischen Eruptions-, Transport- und Ablagerungsmechanismen zu rekonstruieren. Daraus ergeben sich wichtige Informationen über das Gefahrenpotential künftiger Eruptionen.
Geochemie und Petrologie magmatischer Gesteine
sind die Werkzeuge mit denen sich die Entwicklung von Magmen vom Erdmantel durch die Erdkruste bis hin zum Zeitpunkt der Eruption verfolgen lässt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die volatilen Phasen (H2O, CO2, S, Halogene, usw., d.h. Stoffe die bei der Eruption als Gas freigesetzt werden). Zum Einen geht es darum, inwieweit der Eruptionsmechanismus von magmatischen Volatilen oder von externen Faktoren wie dem Kontakt des Magmas mit externem Wasser kontrolliert wird. Zum Anderen sind die Volatile die potentiell Klima-beeinflussenden Stoffe von Vulkaneruptionen.
Tephrostratigraphie
Die Entschlüsselung der zeitlichen Abfolge vulkanischer Ereignisse, insbesondere explosiver Eruptionen, ist die Grundvoraussetzung um zu verstehen wie sich einzelne Vulkane, Vulkankomplexe oder ganze vulkanische geotektonische Provinzen entwickelt haben im Hinblick auf Magmazusammensetzungen und Eruptionsverhalten, sowie deren kontrollierende Parameter. Solche Zeitreihen können extrapoliert werden, um künftige Entwicklungen und Risiken abzuschätzen. Ausserdem können aus dem Vergleich von Zeitreihen vulkanischer Aktivität und Paläo-Klima oder Paläo-Umwelt Merkmalen Wechselwirkungen zwischen beiden Systemen abgeleitet werden. Wenn es gelingt in den vulkanischen Zeitreihen neben den geochemischen Zusammensetzungen auch die jeweils eruptierten Magmamassen zu bestimmen, dann können Element-Budgets und Element-Flüsse durch Vulkansysteme und geotektonische Systeme wie z.B. Subduktionszonen gemessen werden.
Vulkanische Ozeaninseln und Subduktionszonen sind die Schwerpunkte meiner Forschung. Bei beiden ist es notwendig, Geländearbeit an Land mit marinen Expeditionen zur Beprobung am Ozeanboden zu kombinieren, um ein vollständiges Bild sowohl für einzelne Eruptionen wie auch für die gesamte Entwicklung eines Vulkansystems zu erhalten.
Projekte und Expeditionen
der letzten 20 Jahre:
Projekte
2001-2004 Gas-release record and degassing dynamics of Pleistocene to recent explosive arc volcanism, Projekt C4 im SFB 574, DFG Fr 947/S1-1
2003-2007 Rheologie, Transportmechanismen und Separationsprozesse pyroklastischer Ströme. DFG Fr 947/9-1 und 9-2
2004-2008 Volatile output from evolving magma systems in explosive eruptions, Projekt C4 im SFB 574, DFG Fr 947/S1-2
2007-2010 Phreatoplinian eruptions: Mechanisms derived from comparative case studies, DFG Fr 947/11-1, 11-2
2007-2009 Stress interaction between rift zones and unstable flanks on ocean island volcanoes, DFG Fr 947/12-1 (gemeinsam mit T. Walter, GFZ Potsdam)
2008-2012 Crustal controls on the volatile inventory of evolving arc magmas, and implications for volcanic hazards, Projekt C4 im SFB 574, DFG Fr 947/S1-3
2009-2012 A Joint Outreach Program of SFB 754 & 574, Projekt ÖA im SFB 574, DFG SFB 574/3-2009
2011-2013 Quaternary explosive volcanism of the Cape Verde Archipelago: On- and offshore tephrostratigraphy (DFG Fr 947/14-1)
Landexpeditionen
2002-2007 Geländearbeiten in Zentralamerika
2007-2011 Geländearbeiten in Chile/Argentinien
Marine Expeditionen
2005 RV METEOR M66/3b: Tephrostratigraphy offshore Central America's Pacific coast
2009/10 RV METEOR M80/3: Marine tephrostratigraphy of the Cape Verdes
2010 RV SONNE SO210: CHIFLUX tephrostratigraphy offshore Chile
2017 RV POSEIDON POS513: Aegean Tephras, Greece (chief scientist)
2017 RV METEOR M141: Azores Tephrostratigraphy (co-chief scientist)
2018 RV POSEIDON POS522: Stromboli tsunamis (chief scientist)